Seide: Luxus aus einem Kokon. So könnte man einen der elegantesten Stoffe der Welt bezeichnen.

Vor 5000 Jahren entdeckten die Chinesen die Herstellung des einzigartigen Materials und hüteten 3000 Jahre ihr Geheimnis. Sogar unter Androhung der Todesstrafe war es den Chinesen verboten, die Seiden-Raupen oder -Eier außer Landes zu schaffen. Zwei persischen Mönchen gelang es der Legende nach, einige Eier in das römische Reich zu schmuggeln - die Geburtsstunde der Seide für den Rest der Welt. Oder besser für den reichen Rest der Welt: Lange war Seide ein Luxusgut, welches sich nur die Oberschicht leisten konnte. Inzwischen begegnet uns Seide fast überall, ob als kleines Schwarzes, bei Heimtextilien oder wie bei FRAAS als Accessoires. Aber egal, was aus der feinen Naturfaser Seide hergestellt wird - am Anfang steht immer eine kleine Raupe… der Maulbeerspinner.

 

Die Gewinnung der Seide

Beim Verpuppen der Maulbeerspinner-Raupe wird die Seide in speziellen Drüsen produziert und in großen Schlaufen (in bis zu 300.000 Windungen) um die Raupe gewickelt. Vor dem Schlüpfen werden die Puppen mit Wasserdampf abgetötet und der Seidenfaden des Kokons in einem Stück abgewickelt - Weber sprechen hier von Abhaspeln. Man kann sich vorstellen, dass nicht nur eine Raupe nötig ist, um eine brauchbare Menge an Seide zu gewinnen: Um 250 Gramm Seidenfaden zu erhalten, werden ca. 3000 Kokons (etwa 1 Kilogramm) benötigt.
Im Anschluss an das Abhaspeln wird die Seide vom Seidenleim befreit, indem sie in Seifenwasser gekocht wird (man spricht hier von Entschälen). Nach diesem Vorgang erscheint die Seide reinweiß - die Seidenfäden wirken geschmeidiger, glänzender und werden miteinander verzwirnt. Durch unterschiedliches Verzwirnen entstehen Schuss- und Kettfäden für das finale Weben.




Besondere Pflege

Aufgrund der Wasserempfindlichkeit bedarf der edle Stoff besonderer Pflege. Seidenstoffe dürfen nur vorsichtig von Hand (unter Verwendung spezieller Seidenshampoos oder milder Seifen) gewaschen werden und im Anschluss nicht ausgewrungen werden. Gerade im nassen Zustand ist das Material sehr formempfindlich. Vorsicht ist zudem beim Bügeln gefragt: Gebügelt wird von links bei mittlerer Temperatur, das Material sollte dabei noch leicht feucht sein. Zudem ist Seide sonnenempfindlich: die Farben verblassen und die Seide vergilbt. Wer also lange Freude an Seidenprodukten haben möchte, sollte direkte und starke Sonneneinwirkung vermeiden.
 






Seidenschals made of FRAAS

Bei FRAAS nimmt Seide heute einen sehr hohen Stellenwert ein, auch wenn die Geschichte von FRAAS und die der Seide eine relativ junge ist. Eingeläutet wurde die Erfolgsstory im Jahr 1997. In diesem Jahr übernimmt V. Fraas das renommierte Unternehmen Jammers & Leufgen und erweitert damit das Produktportfolio um Seidentücher und -schals. Jammers & Leufgen mit Sitz in Anrath ist eng mit der Geschichte der Seide verknüpft und blickt auf eine lange Tradition zurück. Seidentücher und Seidenschals gehören in Anrath seit Jahrzehnten zur Kollektion und zeichnen sich durch eine hohe Qualität und eine große Vielfalt an Veredelungsverfahren aus.






Zu guter Letzt…

Einer der Gründe für den militärischen Erfolg der Mongolen war das Tragen von Seidenkleidung. Diese konnte im Zusammenspiel mit Leder und leichten Eisenelementen von Pfeilen nur schwer durchdrungen werden und bildete somit eine leichte und funktionelle Rüstung.

Nicht nur Seidenraupen produzieren Seide, sondern auch Muscheln. Die sogenannte Muschelseide wird ebenfalls zu Textilien verarbeitet und galt früher als ausgesprochenes Statussymbol.
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