Inter­natio­nalität

Internationalität: Von Wollmäusen, Ziegen und New York City

Es gibt ja die These, dass, egal wohin man auch reist, man stets sich selbst mitnimmt. Das stimmt, glauben wir. Am Anfang unserer Reise in die weite Welt stand also erst mal unsere Heimat, Wüstenselbitz. Heute, 135 Jahre später, klingen unsere Sales-Meetings im kleinen oberfränkischen Ort allerdings wie eine internationale Speisekarte: Koreanisch, Indisch, Chinesisch, Spanisch und zwanzig verschiedene Sprachen mehr werden gesprochen. Denn unsere Mitarbeiter sind über den ganzen Globus verteilt.

Unter anderem in Deutschland produzieren wir unsere Schals. Hier kommen auch siebzig Prozent unserer verarbeiteten Garne her. In Zhangjiagang in China ist unsere moderne Produktionsstätte, auf die wir so stolz sind wie auf unsere Mitarbeiter. In der eiskalten Mongolei leben unsere Kaschmir-Ziegen, die mögen ein Klima unter null lieber als kuschelige Temperaturen. Wenn wir von Kanada sprechen, sorry, werden wir immer ein bisschen sentimental: Von Toronto aus haben wir Nordamerika erobert. Ach ja und dann gibt’s noch unser riesiges Logistikzentrum in Plattsburgh in den U.S.A. In New York City haben wir auch ein Büro, früher im 46.Stockwerk des Empire State Building, heute in der Nähe des Bryan Park. Erwähnten wir schon Johannesburg in Südafrika oder Teheran im Iran? Für die junge Bevölkerung des mittleren Osten ist das Tuch übrigens das wichtigste Accessoire – das freut uns!

Ein Mann, der weit gereist ist für uns, ist Rainer Söllner, er verantwortet den Einkauf von einem der wichtigsten Rohstoffe für die Schalproduktion: das Garn. Dazu braucht er nicht nur einen gültigen Reisepass, sondern vor allem einen scharfen Blick: Entdeckt er eine Wollmaus im Werk, sieht es für den Zulieferer nicht gut aus. Denn wenn die Sauberkeit im Betreib nicht stimmt, ist meistens auch das Garn nicht von hoher Qualität. Und wer außerordentliche Qualität haben will, darf beim Rohmaterial nicht zu sparsam sein: „Wer billig kauft, webt zweimal.“