Im Zeichen der Distel

Die Distel: mal ganz oberflächlich betrachtet

Halten Sie uns nicht für oberflächlich, aber wir haben ein großes Interesse am Äußeren. An dem guten Aussehen unserer Schals ohnehin, vor allem aber interessiert uns die Fassade einer ganz bestimmten Pflanze: Die Weberdistel. Disteln kennt man ja, sie piksen einen auf Spaziergängen und sind selbst in einer Vase nicht gefällig. Was diese widerborstige Pflanze allerdings exzellent kann, ist kämmen, weswegen sie in der Fachsprache auch Wolfskamm genannt wird. Die Spitzen des getrockneten Samenkopfes eignen sich nämlich dazu, die Oberfläche von Gewebe aufzurauen, ohne die empfindlichen Fasern dabei zu beschädigen. Die unzähligen kleinen Widerhaken sind wie kein anderes Werkzeug dazu gemacht, Kaschmir perfekt weich zu streichen.

Und bitte, machen Sie das nicht zu Hause nach, denn natürlich kann man nicht einfach so mit einer rauen Distel über das feine Wollgewebe streichen. Man muss die Disteln vorher behandeln, damit sie nicht zu viel Produkt abtragen, dafür werden sie in heißes Wasser gelegt und leicht plattgedrückt. Erst dann spannen wir sie per Hand auf Schienen, die dann später an Walzen befestigt werden.

Das geschieht an der Nass-Verstreichmaschine, aber auch hier braucht man Fachwissen: die Locken dürfen nicht gleichmäßig sein, schließlich ist es ja ein Naturprodukt. Deshalb werden von Hand große und kleine Distelköpfe im Wechsel (über 1200 Stück) aufgespannt. Dies ist keine sehr schöne Arbeit, denn die Disteln sind heiß (Wasser) und stachelig (eine Laune der Natur). Aber nur so entsteht herausragende Qualität und ein glänzendes Ergebnis. Wir sind wegen des riesigen Aufwands eine der wenigen Firmen, die das noch so machen.

Wozu das alles? Weil diese Produktveredelung unsere Kaschmirschals butterweich und flauschig macht und wir bei FRAAS sie deshalb schon seit Unternehmungsgründung im Jahr 1880 lieben und verwenden. Kein Wunder, dass sie sich in unserem Markenlogo wiederfindet.